Neuigkeiten
Lotto: Ein Stück Kulturgeschichte09.02.2005Potsdam, 9. Februar 2005. Das Spiel - insbesondere das Glücksspiel - ist so alt wie die Menschheit. Im Laufe der Zeit entwickelte das Spiel um das große Glück immer neue Variationen und Regeln. Inzwischen vollautomatisiert, ist es ein selbstverständliches Freizeitangebot und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Als die Obrigkeit im Spätmittelalter erkannte, dass das Glücksspiel nicht nur Spielleidenschaft des einzelnen befriedigen konnte, sondern darüber hinaus dem jeweiligen Veranstalter lukrative Gewinne versprach, erschloss sie sich schnell diese neue Geldquelle. Organisation und Verwaltung lagen von da an in den Händen der Landesherren. Ihnen flossen dafür die erzielten Überschüsse zu.
Kommerzielles Glücksspiel war mit der Erfindung des Buchdrucks möglich, diente der doch zur Herstellung von Spielscheinen und Losen. Mit der Verbreitung von Geld als Zahlungsmittel ließen sich Einsätze entrichten und Gewinne ausschütten.
Das moderne Zahlenlotto geht auf das "Lotto di Genova" zurück, einem Nebenprodukt der genuesischen Senatorenwahl. Nach einem Staatsstreich in der oberitalienischen Hafenstadt im Jahr 1575 wurden in den Großen Rat der Stadt (Signoria) aus einer neunzigköpfigen Bürgerliste fünf Senatoren hineingelost. Da Italiener gewohnt waren, auf alles mögliche zu wetten, schlossen sie auch Wetten darauf ab, wer wohl den Sprung in den Rat schaffe. Im Laufe der Zeit übernahm die Stadt die Organisation dieser Wetten in eigene Regie. Aus der Senatorenwahl, dem "Semonario", entstand so im Jahre 1643 das Lotto" mit der Spielformel 5 aus 90". In der Folgezeit breitete es sich schnell über ganz Italien aus.
Einzug in Deutschland hielt das Lotto erst Mitte des 18. Jahrhunderts. Voraussetzung hierfür war die Anerkennung des staatlichen Glücksspiels durch Papst Clemens XII.. Er hob 1731 das kirchliche Verbot des Glücksspiels auf. Die Kirche hatte gegen das Glücksspiel nun nicht nur nichts mehr einzuwenden, sondern ließ es sich nicht nehmen, staatliche Glücksspiele und ihre Gewinne zu segnen, ja, im Laufe der Zeit selbst Lotterien zu veranstalten.
So gelangte das Lotto über die Alpen 1735 nach Bayern. Hier gab es das erste Zahlenlotto auf deutschem Boden. Doch nach ganzen fünf Ausspielungen war die Veranstaltung pleite. Es mangelte an Erfahrung, die Gewinnausschüttung vernünftig zu quotieren. Das heute übliche Totalisatorprinzip kannte man noch nicht. Stattdessen gestalteten sich die Gewinnpläne der meisten Lotto-Unternehmer im 18. Jahrhundert wie folgt:
1 Treffer ("Extrait"): 15-facher Einsatz
2 Treffer ("Ambe"): 270-facher Einsatz
3 Treffer ("Terne"): 5.400-facher Einsatz
4 Treffer ("Quaterne"): 60.000-facher Einsatz
5 Treffer ("Quinterne"): 44 Millionenfacher Einsatz
1763 führte Friedrich der Große nach italienischem Vorbild das Lotto 5 aus 90" in Preußen ein. Fast gleichzeitig ließ die Kaiserin Maria Theresia Lottospiele in Österreich-Ungarn veranstalten. Während die Habsburgerin die Lottokonzessionen von Anfang an verpachtete, trat der Preußen-König zunächst selbst als Veranstalter auf. Erst 1764 bemerkte er: Das Umsatzinteresse der Lotterieeinnehmer in seinen Diensten war zu gering und bot daher kaum Aussicht auf eigenen Gewinn.
Ob die Landesherren das Spiel ums Glück in eigener Regie veranstalteten oder die Spielkonzessionen an Dritte verpachteten, stets waren sie bestrebt, einen beachtlichen Teil der Erlöse für staatliche Zwecke zu verwenden: In der Stadt Sluis (Belgien) galt es, Befestigungsanlagen zu finanzieren, in Haarlem (Niederlande) waren städtische Schulden zu tilgen. Bremen baute mit den Spielerlösen ein Zuchthaus, Friedrich der Große verwendete die Gewinne für den Bau des Potsdamer Neuen Palais oder deckte damit die Verpflegungskosten für seine Soldaten.
Im Rheinland und in Westfalen waren es überwiegend geistliche Landesherren, die mit Klassenlotterien und Zahlenlotto ihren Staatsetat aufbesserten. Clemens August von Bayern aus dem Hause Wittelsbach, unter ihnen der Mächtigste, war nicht nur Kurfürst und Erzbischof der Diözese Köln, sondern regierte auch als Fürstbischof in Münster, Paderborn, Hildesheim und Osnabrück. Unter seiner Regentschaft (1719 bis 1761) fand die kurfürstbischöfliche Landeslotterie große Verbreitung. Ins Stift Corvey bei Höxter hielt im Jahre 1772 durch Dekret des Fürstabtes Philipp I. das Genueser Zahlenlotto 5 aus 90 Einzug. Auch Städte nutzten die Ertragsquelle Glücksspiel: 1770 entstand zum Beispiel in Köln das "Stadt Cöllnischen Zahlenlotto".
Der berühmt-berüchtigte Giacomo Casanova, der das Zahlenlotto in seiner Heimatstadt Venedig sowie in Paris eingeführt hatte und von Friedrich dem Großen in dieser Angelegenheit nach Berlin berufen worden war, bezeichnete in einem Gespräch mit dem Preußenkönig die Erträgnisse aus dem Zahlenlotto als eine Art freiwilliger Steuer des Volkes: "Sire, es ist eine Steuer der exzellenten Gattung, wenn der König den Gewinn nützlichen Zwecken zuführt."
Bereits im 18. Jahrhundert genoss das Zahlenlotto eine ungeheure Popularität und entfachte dabei leidenschaftliche Diskussionen über seinen gesellschaftlichen und politischen Stellenwert. Die Parallelen zur aktuellen Situation sind offensichtlich.
Fortuna dient allen der Reihe nach. Scheint´s dir auch lang, halt die Hoffnung wach". Dieser zeitgenössische Werbespruch gibt einen treffenden Einblick in die Marketingstrategien barocker Lotto-Unternehmer.
Mehr als 200 Jahre vor dem Siegeszug der Superjackpots war bereits die Rede von "Lotto-Fieber" bzw. "Lotto-Rausch", die durch die deutschen Lande gehen. 1770 fand in Altona eine "Wochenschrift für Lottologie" reißenden Absatz. Selbst aufgeklärte Geister wie der Dichter Gotthold Ephraim Lessing erlag dem Reiz des Glücksspiels. Noch wenige Stunden vor seinem Tod am 15. Februar 1781 wählte er seine Zahlen für die nächste Ziehung - darunter die 52, denn dieses Alter habe er jetzt erreicht, und mit dieser Ziffer hoffe er zu gewinnen. Seine Tippstrategie hat trotz Quicktipp und Zufallsgenerator bis heute nichts an Popularität eingebüßt.
Einige originelle, wenngleich ironisch-kritische Zitate von Zeitgenossen vermitteln, wie hoch der gesellschaftliche Stellenwert des Zahlenlottos im 18. Jahrhundert war. Etwa der Brief eines Leipziger Kaufmanns vom 22. März 1771:
"Euer Hochedelgebohrnen Befehl von den Lotto-Angelegenheiten der hiesigen Stadt und Gegend umständliche Nachricht zu geben, werde ich zwar mit Vergnügen befolgen, ich muß aber zum voraus anzeigen, daß es mir und vielleicht anderen unmöglich seyn wird, alles, was hieselbst anitzt hierinn vorgeht, zu bemerken und zu sammeln. Wenn Sie selbst gegenwärtig wären, so würden Sie eben das, was ich bemerke, finden, daß nämlich der Spielgeist dermaßen stark in die Gemüther der Menschen eingedrungen ist, und so allgemein sich ausgebreitet hat, daß fast überall ein jeder seinen Nahrungs-Betrieb hintan setzt, und auf weiter nichts richtet und trachtet, als aufs Spiel. Man mag anitzt hier sich hinwenden wo man will, aufs Rahthaus, auf der Börse, dem Keller, den Caffee-Häusern, allenthalben und in allen Gesellschaften hört und sieht man bis zum Eckel nichts anderes, als Unterhaltungen vom Lotto-Spiel selbst und das Gezänke wegen des Spiels. Man versäumt und vergißt darüber Handlung, Comtoir, Posttag, Werkstatt, und ich möchte wohl wetten, daß unter 100 Eheleuten allhie, gewiß 90 Paar sind, die des Abends beim Schlafengehen weit eher vom Lotto sprechen, als an etwas anders denken..."
Von der geradezu fabelhaften Akzeptanz des Lottos kündet auch ein Bericht der Zeitschrift "Hamburg und Altona" aus dem Jahre 1803: "Allen strahlte die Hoffnung aus den Augen, und die Zettel, welche die Herankommenden zum Teil in der Hand hielten, schienen für die meisten den Wert eines guten, morgen zahlbaren Wechsels zu haben. Ein Maler, dem aufgetragen würde, eine personifizierte Hoffnung zu malen, fände hier Originale in Menge!"
In einem 1785 in Würzburg verfassten Pamphlet wird "Madame Lotto" als die Maitresse des Bürgers bezeichnet, welche, aus Genua stammend, sich in Teutschland häuslich niedergelassen habe, um vom Tagelöhner bis zum Fürsten" alle Menschen in ihren Bann zu ziehen.
Positiv bewertete der Literat und Wissenschaftler Georg Christoph Lichtenberg (1742-99) das Glücksspiel: "Ein Los der Hannöverschen Lotterie kostet 18 Taler und 13 Groschen. Dieses beträgt eine Ausgabe von etwas mehr als 14 Pfennigen pro Tag. Soviel verschnapsen manche Menschen täglich. Wer sich also gewöhnt, lieber Hoffnung zu schnapsen, dem wollte ich auf alle Fälle raten, in der Lotterie zu setzen."
Gegen Stimmen, die seinerzeit aus moralischen Gründen für eine Abschaffung des Lottos plädierten, gab es in Sachsen das scharfsinnige Argument, dann auch die kaufmännische Spekulation, die Börse, das Aktiengeschäft, ja sogar das Erbrecht abschaffen zu müssen, da all dies ebenso wie das Lotto die Erlangung eines Gewinns ohne Arbeit" ermögliche. Schärfer noch: "Wollte der Staat auf allen Fall die Quellen der Verarmung verstopfen und mit Macht die Gewohnheiten beseitigen, welche zu Immoralitäten führen können, so müßte er mit anderen Dingen anfangen, als mit der Lotterie. Da wären unter anderem die Wirtshäuser zu vertilgen; da müßte die Reichsgewalt beauftragt werden, für die Abschaffung der Freudenhäuser im Deutschen Reich zu sorgen."
Trotz solch brillanter Rechtfertigung des Glücksspiels setzten sich Anfang des 19. Jahrhunderts die Moralisten durch. Nach vermeintlichen, teilweise auch tatsächlichen Auswüchsen und Unregelmäßigkeiten wurde Lotto um 1800 in Deutschland nördlich des Main "zum Schutze des Volkes vor großen finanziellen Verlusten" für ca. 150 Jahre eingestellt.
Fußballtoto in Deutschland
Ehe nach dem Zweiten Weltkrieg in der neu entstandenen Bundesrepublik Deutschland eine erneute Blüte des Zahlenlottos einsetzte, gab es seit 1948 mit dem Fußballtoto ein erfolgreiches Vorspiel.
Das Vorbild dazu kam aus Großbritannien, dem klassischen Land der Sportwetten. Bereits 1921 war hier erstmals ein Fußballtoto ausgetragen worden. Noch vor der Währungsunion am 27. April 1948 wurde der "Staatliche Bayrische Fußballtoto" gegründet. Die anderen Länder folgten. Anfang der 50er Jahre bildeten die Gesellschaften verschiedene Totoblöcke: ein Nord-Süd-Block, bestehend aus Berlin, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern und ein Süd-West-Block, dem Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz angehörten. Am 11.11.1956 konstituierte sich aus beiden der Deutsche Totoblock, um als gemeinsames Spielgeschäft die 12er-Wette auszutragen.
Der Fußballtoto erreichte im Jahr 1955 mit blockweiten Spieleinsätzen in Höhe von 492,1 Mio. DM seinen Umsatz-Höchstpunkt. Bereits zwei Jahre später (Totojahresumsatz 211,7 Mio. DM) verlor es seine Führungsposition im Glücksspiel klar an das Lotto (Lottojahresumsatz 809,9 Mio. DM).
Zahlenlotto in der Bundesrepublik
Das Zahlenlotto startete - 190 Jahre nach der preußischen von 1763 - am 11. Januar 1953 in Berlin mit der klassischen Genueser Spielformel 5 aus 90. Neu war: Es gab keine Amben, Ternen und Quaternen mehr; von vornherein war festgelegt: Die Hälfte des Umsatzes musste als Gewinn ausgezahlt werden.
Das Berliner Lotto verlief äußerst erfolgreich. 60 Prozent der Einnahmen stammten von Fernwettern" aus Westdeutschland. Das führte in Nordwestdeutschland zu der Überlegung, ein eigenes Zahlenlotto zu veranstalten und damit regelmäßigen den Geldabfluss nach Berlin zu stoppen.
Am 14. April 1955 übernahm die Nordwestdeutsche Klassenlotterie in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg die Aufgabe, ein eigenes Zahlenlotto zu organisieren.
Ein Bankenkonsortium unter Federführung der Hamburgischen Landesbank gründete dafür eine Lotteriedirektion mit Sitz in Hamburg. Jedes der beteiligten Länder richtete eine Landesgeschäftsstelle ein, Nordrhein-Westfalen sogar zwei: in Köln und Münster.
Zahlenlotto in der DDR
In der Deutschen Demokratischen Republik veranstaltete seit November 1953 die Berliner Bärenlotterie ein 5 aus 90-Lotto. Außerdem boten der VEB Sporttoto Berlin (ab 1953) und der VEB Zahlenlotto Leipzig (ab 1954) Zahlenlotterien an. In den 60er Jahren wurde das Lotteriewesen zusammengefasst; ab 1968 gab es nur noch den VEB Vereinigte Wettspielbetriebe mit der Hauptdirektion in Berlin.
Ein Meilenstein in der DDR-Lotterielandschaft war das ab Januar 1972 in Kooperation mit dem Fernsehfunk veranstaltete TELE-LOTTO 5 aus 35.
Nach dem Beitritt der neuen Bundesländer zur Bundesrepublik Deutschland wurde das DDR-Lotteriewesen auf der Basis der Länder-Neugliederung reorganisiert und die herkömmlichen Spielarten Ende September 1992 eingestellt.
Die ersten Highlights bei LOTTO 6 aus 49
Die Geburtsstunde des modernen Zahlenlottos in Deutschland mit der Spielformel 6 aus 49 schlug am Sonntag, dem 9. Oktober 1955, Punkt 16 Uhr im ehemaligen Hamburger Hotel Mau am Holstenwall 20.
Anwesend waren rund 30 Personen. Der Ausspielleiter Jürgen Klawitter und der Notar Walter Kuckuck zeigten den Anwesenden einen Kasten, in dem 49 Plexiglaskugeln in Vertiefungen lagen. Nachdem die Kugeln in die Lostrommel geworfen worden waren, zog ein Waisenmädchen die erste Gewinnzahl. Es war ausgerechnet die 13. Es folgten die 41, die 3, die 23, die 12 und die 16.
Der erste Gewinnplan verfügte über 4 Gewinnklassen. Die Gewinnsumme in Höhe von 50 % des Spielkapitals wurde zu gleichen Teilen auf die Gewinnklassen 6, 5, 4 und 3 richtige Voraussagen aufgeteilt. Die Gewinnsumme einer nicht besetzten Gewinnklasse entfiel mit auf die nächste Klasse. Für 3 Richtige gab es eine Mindestquote in Höhe von 2 DM. Sank die Quote unter diesen Betrag, wurde ein Jackpot gebildet und in der folgenden Ziehung der Gewinnsumme dieser Klasse hinzugerechnet.
Die Quote wurde auf 10 Pfennige abgerundet. Die dadurch entstehende Differenz, die so genannte Spitze, schüttet Lotto auch heute noch bei periodisch wiederkehrenden Blockauslosungen aus.
Sechs Richtige hatte am ersten Ziehungstag bei 257.914 abgegebenen Scheinen, die einen Umsatz von 515.828,00 DM brachten, kein Lottospieler. Die ersten "Sechser" konnten erst in der 6. Veranstaltung am 13.11.1955 (Ziehungsort war diesmal München) bejubelt werden. Der 1. Rang war gleich dreimal besetzt; jeder Gewinner erhielt 59.492,00 DM.
Am 17. Juni 1956 ermittelte Lotto zum ersten Mal eine Zusatzzahl. Gab es keinen Teilnehmer mit 6 richtigen Voraussagen, erhielten die Gewinnsumme die Tipper, bei denen 5 Richtige Voraussagen und die Zusatzzahl übereinstimmten.
Erst nach weiteren 42 Ziehungen in der 48. Veranstaltung vom 02.09.1956 (das erste Geschäftsjahr umfasste 64 Veranstaltungen in dem Zeitraum vom 09.10.55 - 23.12.56) gab es den ersten Lottomillionär bei der Gewinnzahlenermittlung mit einer Gewinnsumme von 1.043.364,50 DM.
Zwei weitere Lottomillionäre folgten, bevor am 21. Oktober 1956 eine Quotenbegrenzung im 1. Rang auf 500.000 DM in Kraft trat. Die überschießende Gewinnsumme wurde seither auf die Gewinner der nächsten Gewinnklasse übertragen.
Die erste Ziehung 6 aus 49 am 9. Oktober 1955 fand vor dem Hintergrund der historischen Westorientierung der Bundesrepublik Deutschland statt. Am 8. Mai 1955 war die Bundesrepublik in die NATO aufgenommen worden. Gleichzeitig meldeten sich die ersten Freiwilligen für die neue Bundeswehr. Die letzten Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion trafen Ende 1955 ein.
Das Wirtschaftswunder stand in voller Blüte. Das Glücksspiel als ein bedeutender Bereich der Freizeitgestaltung war gefragt. Der große Vorteil des Zahlenlottos gegenüber der Fußballtoto-Wette - und damit wohl auch das Geheimnis seines Erfolges - besteht offenbar darin: Es setzt keine Expertenkenntnisse voraus; allein der Zufall entscheidet.
Formierung des Deutschen Lottoblocks
An der ersten Ziehung 6 aus 49 waren die Länder Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern beteiligt. Bremen kam am 13. Mai 1956, Niedersachsen am 10. Juni 1956 hinzu. Mitte Juni des Jahres überschritt der Umsatz an einem Spieltag die vier Millionen DM-Marke. Als Hessen am 2. September 1956 sich anschloss, erreichte man über zehn Millionen DM. Rheinland-Pfalz trat am 2. Dezember 1956, das Saarland am 6. Januar 1957 bei. Sieben Monate nach dem Beitritt Baden-Württembergs am 13. April 1958 wurden erstmals 20 Millionen DM pro Ziehung überschritten. Als letztes Land der alten Bundesrepublik kam am 4. Oktober 1959 noch Berlin hinzu.
Mit dem Abschluss des ersten Blockvertrages (In Kraft getreten zum 01.10.1962) trafen die Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks einheitliche Regelungen zur Abwicklung der Spielgeschäfte: Ziehung der Gewinnzahlen, Poolung der Umsätze und Gewinne zur Ermittlung einheitlicher Quoten.
Mit dem Beitritt der neuen Bundesländer zur alten Bundesrepublik Deutschland am 3.10.1990 wurde der Weg zur weiteren Vergrößerung des DLTB frei. Nach und nach boten die Lottogesellschaften in den neuen Bundesländern das westdeutsche Zahlenlotto 6 aus 49 an: in Thüringen ab 19.6.1991, in Brandenburg ab 1.7.1991, in Sachsen-Anhalt ab 12.10.1991, in Mecklenburg-Vorpommern ab 7.12.1991, schließlich in Sachsen ab 3.10.1992. Seit Inkrafttreten des Blockvertrages am 1.1.1994 gehören auch die neu gegründeten Gesellschaften dem DLTB an.
Derzeit tragen diese Lottounternehmen knapp 12 Prozent zum Umsatz des Zahlenlottos 6 aus 49 des Deutschen Lotto- und Totoblocks bei.
Stellenwert in der Gesellschaft
Das Zahlenlotto ist das in der Bundesrepublik Deutschland populärste und weitest verbreitete staatlich zugelassene Glücksspiel. Rund ein Drittel aller Bundesbürger nimmt regelmäßig an den Ausspielungen teil.
Popularität und Beliebtheit haben zwei Hauptursachen. Die Erwartung, mit relativ geringem Einsatz hohe Gewinne zu erzielen, bietet einen großen Spielanreiz. Daneben trägt die Einfachheit der Spielformel und die Übersichtlichkeit der Teilnahmebedingungen wesentlich dazu bei.
Lotto in der Öffentlichkeit
Das Vertriebssystem der überwiegend in Einzelhandelsfachgeschäften der Tabak-, Zeitschriften- und Schreibwarenbranche weit verbreiteten Lottoannahmestellen hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Zum täglichen Einkauf gleich um die Ecke" gehört nun einmal die Abgabe des Lottoscheins. Das Spielangebot "6 aus 49" ist quasi in den Familienalltag integriert.
Darüber hinaus erfreut sich das Zahlenlotto permanenter Präsenz und lebhafter Resonanz in den Medien. Die Ziehung der Glückszahlen wird zu besten Einschaltzeiten im Fernsehen direkt übertragen. Die 1. Fernsehziehung in aller Öffentlichkeit kam am 4.9.1965 live aus der Zentrale des Hessischen Rundfunks in Frankfurt. Die Ergebnisse werden darüber hinaus von Rundfunk, Fernsehen und Presse publiziert.
Große Bekanntheit und Beliebtheit erlangten die charmanten Lottofeen, die seit 40 Jahren Fernsehziehung für den DLTB tätig sind. Die erste hieß Karin Dinslage. Karin Tietze-Ludwig bleibt wegen ihrer über 30 Jahre langen Präsentation vom 10.08.1967 bis 17.1.1998 in der Erinnerung des Publikums untrennbar mit der Lottoziehung verbunden. Sie übergab am 24.1.1998 an Franziska Reichenbacher. die seitdem das Ziehungsergebnis vom Samstagabend verkündet. Die Lottoziehung ist damit zum nicht mehr wegzudenkenden Wochenend-Ritual im 1. Programm geworden.
Am 29. August 1998 rückte Lotto mit einem weiteren Blickpunkt ins Licht der Öffentlichkeit. Die ARD strahlt die 1. Lotto-Show mit Moderatorin Ulla Kock am Brink aus. 6 aus 49 ausgelosten Lottospielern spielten eine Million DM in einem unterhaltsamen, wesentlich vom Glück bestimmten Wettbewerb aus. Die Verlierer gewannen immerhin noch 50.000 DM. Und auch alle zu diesem Ziehungstermin aktiven Lottospieler hatten, wenn ihre 6 Zahlen mit denen der Kandidaten übereinstimmten, eine Zusatzchance auf bis zu 500.000 DM. Weitere 17 Sendungen bis zum 19. Mai 2001 trugen immer wieder dazu bei, das positive Image der Marke Lotto weiter zu verbessern.
Die Gewinnzahlen für das am 28. April 1982 gestartete Lotto am Mittwoch werden in Mainz gezogen und live im ZDF ausgestrahlt. Die Sendung wurde jeweils vom männlichen oder weiblichen ZDF-Moderator des Tages präsentiert. Seit der Angleichung der Mittwochs- an die Samstagsziehung am 6.12.2000 heißt die Lottofee des ZDF: Heike Maurer.
Geschäftliche Entwicklung
Die Umsätze des Zahlenlottos sind bisher fast kontinuierlich gestiegen. Dazu trugen verschiedene marktstrategisch und produktpolitisch richtungweisende Entscheidungen maßgeblich bei.
Bereits 1959 erreichte der Deutsche Lotto- und Totoblock ein Jahresumsatz von über 1 Milliarde DM. 1967 hatte sich der Umsatz auf über 2 Milliarden DM verdoppelt. Die Quotenbegrenzung auf 500.000 DM seit Oktober 1956, die das Entstehen weiterer Lottomillionäre unmöglich machte, wurde erst am 6. Juli 1974 auf 1.500.000 DM angehoben. Gleichzeitig verstärkte der Block die Gewinnklasse für 3 Richtige zu Lasten der Gewinnklassen von 4 und 5 Richtigen. Statt im Durchschnitt 3,60 DM gab es 4,60 DM Gewinn.
1975 wurden 3 Milliarden DM Umsatz überschritten, bereits 1979 über 4 Milliarden DM umgesetzt. Am 4.7.1981 erfolgte die Quotenverdoppelung für 6 Richtige auf 3 Millionen DM bei gleichzeitiger Anhebung des Spieleinsatzes je Reihe von 0,50 DM auf 1,00 DM. Damit waren attraktivere Quoten in allen Gewinnklassen möglich.
Mit der Einführung eines Lottos am Mittwoch am 28.4.1982 mit der Gewinnformel 7 aus 38 konnten der DLTB die 5 Milliarden DM- Umsatzmarke knacken.
Die völlige Quotenfreigabe am 1.6.1985 und die damit verbundene Jackpotbildung haben das Spielinteresse weiter stark belebt. So ließ sich beim Jahresumsatz 1985 die 6 Milliarden DM-Marke überspringen. Der Höchstgewinn in dieser Phase am 12.12.1987 erreichte 7.351.447,00 DM.
Die Einführung der 7. Gewinnklasse als "Superklasse" (6 Richtige mit Superzahl) mit Wirkung von der 49. VA 1991 (07.12.1991) an führte schließlich in Kombination mit der Erhöhung des Spieleinsatzes von 1,00 DM auf 1,25 DM zu einer beträchtlichen Belebung der Jackpot-Bildung. Gleichzeitig wurden auch die unteren Gewinnklassen durch Schaffung der Gewinnklasse 3 Richtige mit Zusatzzahl gestärkt.
Direkt nach der Einführung der Superklasse wuchs der Jackpot innerhalb von 5 Wochen auf die neue Rekordmarke von 13,7 Millionen DM. Am 28.3.1992 wurde diese Marke mit 16,4 Millionen DM erneut überschritten. Dies war der höchste bis dahin erzielte Lottogewinn in Deutschland.
Nach dem Beitritt aller neuen Bundesländer zum DLTB 1992 übersprang der Jahresumsatz die 8 Milliarden DM-Marke.
Der Jackpot erreichte im Sommer 1994 (26. - 36. Woche) einen neuen Höhepunkt mit der abschließenden Gewinnsumme von 42,3 Millionen DM. Eine weitere Rekordmarke erreichte der bisher höchste Einzelgewinn in Höhe von 20,5 Millionen DM, erzielt am 17.12.1994 in Hessen.
Am 6. Dezember 1995 wurde im Lotto am Mittwoch der Einsatz pro Reihe von 1,00 DM auf 1,25 DM angehoben, zugleich wurden zwei zusätzliche Gewinnklassen eingeführt (6 Richtige + Superzahl, 3 Richtige + Zusatzzahl), Die beiden gezogenen Superzahlen galten für beide Ziehungen A und B. Die Quote für die Ziehung A und B war nunmehr identisch.
Zur Belebung des Lottos am Samstag änderte der DLTB zum 4. Oktober 1997 den Gewinnplan. Um schnellere Jackpots zu bilden, wurde die Ausschüttung in Klasse 1 von 2 % auf 3 % erhöht, die Klasse 2 von 6 % auf 5 % gesenkt. Woche für Woche steigt der nicht geknackte Jackpot damit um ca. 4 Millionen DM. Gleichzeitig wird der maximal zu erreichende Jackpot durch eine Zwangsausschüttung nach 10 Wochen begrenzt.
Nach über 7 Jahren Preisstabilität wurde zum 22. Mai 1999 der Einsatz je Spiel für das Lotto am Samstag von 1,25 DM auf 1,50 DM erhöht, gleichzeitig eine zusätzliche achte Gewinnklasse 4 Richtige + Zusatzzahl eingeführt. Der Jackpot stieg dadurch um ca. 5 Millionen DM jede Woche an. Nur 9 Wochen später, am 24. Juli 1999, kam so die höchste Einzelquote in Höhe von 20.956.636,60 DM zustande, erzielt von einem Lottospieler aus Schleswig-Holstein. Diese Höchstmarke konnte erst 4 Jahre später erneut übertroffen werden.
1999 übertraf der Lotto-Jahresumsatz erstmals die 10 Milliarden DM-Marke.
Am 6. Dezember 2000 führte der DLTB die Mittwochs- und Samstagsziehung zum Zahlenlotto 6 aus 49 mit rollierendem Jackpot zwischen den beiden Ziehungen zusammen. Mittwochs- und Samstagstagsziehung sind nunmehr identisch (gleicher Einsatz, gleicher Gewinnplan). Damit gibt es nun 2 Lottoziehungen pro Woche, wobei der Jackpot von Mittwoch auf Samstag auf Mittwoch usw. wechselt. Um den Jackpot weiter zu begrenzen, wird er nun nach 14 Ziehungen (7 Wochen) zwangsweise ausgeschüttet, unter Umständen auf den nächsten Rang verteilt.
Das Umsatzmaximum im ersten halben Lotto-Jahrhundert erreichte der DLTB im Jahr vor der Euro-Einführung 2001 mit über 11 Milliarden DM Umsatz.
Als am 1. Januar 2002 der Euro als offizielles Zahlungsmittel die DM ersetzte, musste auch der Spieleinsatz neu festgesetzt werden. Mit dem Einsatz 0,75 Euro pro Tipp setzte sich der DLTB bewusst und erfolgreich von der Diskussion um den Teuro ab. Der Einsatz sank um 2,2 %.
Die kontroverse Diskussion um gewerbliche Spielgemeinschaften veranlasste die DKL Berlin, ab 5.2.2002 den ersten Lotto-Anteilschein auf Basis des Systems 010 anzubieten. Aus den 210 Tipps des Systems 010 wurden 30 Anteile gebildet, von denen 1 bis 5 zu je 5,25 Euro Einsatz zu spielen waren. Andere Partner zogen, teils mit anderen Systemen, in der Folgezeit nach.
Die jüngste Gewinnplanänderung am 2. August 2003 zielte auf steigenden Umsatz. Die Ausschüttung in Klasse 1 erhöhte sich von 3 % auf 5 %, die in den Klassen 6 und 7 sank von 5,5 % auf 5 % bzw. von 5,5 % auf 4 %. Ein Jackpot stieg damit um ca. 5 Millionen Euro pro Woche.
Die höchste je erzielte Quote betrug 20.233.178,20 Euro, gewonnen am 24.01.2004 von einer Lottospielerin in Baden-Württemberg.
Aufgrund der Spieleinsatzsenkung um 2,2% bei Euro-Einführung 2002 und der seitdem andauernden wirtschaftlichen Rezession in Deutschland bröckelt der Umsatz, bleibt aber deutlich über 5 Milliarden Euro pro Jahr.
Mit einem Anteil von über 60 % am Gesamtumsatz bildet das Zahlenlotto den mit Abstand gewichtigsten Umsatzträger des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Als tragende Säule des Spielgeschäftangebotes kommt dem Zahlenlotto hervorragende Bedeutung für die geschäftliche Entwicklung der Lotteriebranche zu.
Ziehungsbesonderheiten
Die am häufigsten gezogenen Gewinnzahlen sind in dieser Reihenfolge: 32, 38, 49, 26, 48, 27
Die am seltensten gezogenen Gewinnzahlen sind in dieser Reihenfolge: 13, 45, 28, 8, 16, 34
Die 10 ist am häufigsten als Zusatzzahl gezogen worden.
Die 4 ist am häufigsten als Superzahl gezogen worden.
Das Zahlenpaar 15 und 32 ist am häufigsten zusammen gezogen worden.
Strickmustertipps rufen immer wieder außergewöhnliche Quoten hervor. Beispiele:
Bei der Zahlenreihe 2, 3, 4, 5, 6, (26) am 10.4.1999 oder dem Diagonalmuster 13, 19, 25, 31, 37, (21) am 11.9.1965 waren die geringsten Quoten für 5 Richtige zu verzeichnen.
Die Zahlen 9, 13, 23, 27, 38, 40 formen auf dem Tippschein ein U. Für einen 6er gab es am 4.10.1997 statt der erhofften Million umgerechnet nur 27.600,56 Euro.
JACKPOT wurde geknackt03.02.2005Spieler aus Nordrhein-Westfalen gewinnt rund 12,6 Millionen Euro
Potsdam, 3. Februar 2005. Ein Spielteilnehmer aus Nordrhein-Westfalen knackte mit seinen Lottozahlen 6, 22, 26, 30, 36, 44 und der passenden Superzahl 1 den JACKPOT der gestrigen Mittwochsziehung.
Doch Glücksgöttin Fortuna meinte es besonders gut mit ihm oder ihr. Bundesweit tippte kein weiterer Lottospieler Sechs Richtige. Somit erhält der Glückliche neben der JACKPOT-Summe von rund 11,3 Millionen Euro auch die Summe der zweiten Gewinnklasse in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro.
Mit seinen 12,6 Millionen Euro steht der neue Lottomillionär nun auf Rang sechs der Höchstgewinnliste bei LOTTO 6 aus 49. Unübertroffen bleibt der bisher größte Einzelgewinn der deutschen Lottogeschichte. Zu Beginn des vergangenen Jahres gewann eine Baden-Württembergerin rund 20,2 Millionen Euro. Auch sie hatte damals als Einzige die sechs Richtigen angekreuzt und folglich die Summen der ersten beiden Gewinnklassen erhalten.Mittwoch rund 11 Millionen Euro im JACKPOT31.01.2005Spiel 77-JACKPOT geknackt
Potsdam, 31. Januar 2005. Auch wenn sich der Winter in weiten Teilen Deutschlands schon wieder verabschiedet der JACKPOT bei LOTTO 6 aus 49 wächst weiter auf rund 11 Millionen Euro.
Ein Spielteilnehmer aus Baden-Württemberg, einer aus Sachsen und zwei aus Nordrhein-Westfalen hatten die sechs richtigen Gewinnzahlen (9, 14, 21, 23, 28 und 36) der Samstagsziehung auf ihren Spielscheinen. Aber es fehlte die richtige Superzahl, um den JACKPOT zu knacken. Die vier LOTTO-Glückspilze können sich über ihren Gewinn von jeweils mehr als 700.000 Euro freuen.
Zwei weitere Spieler aus Nordrhein-Westfalen und einer aus Berlin knackten den JACKPOT bei Spiel 77. Die drei Gewinner erhalten je 770.000 Euro.LOTTO-JACKPOT steigt auf 10 Millionen Euro27.01.2005Vier Lottospieler mit sechs Richtigen
Potsdam, 27. Januar 2005. Bis zur kommenden Samstagsziehung wächst der JACKPOT bei LOTTO 6 aus 49 auf rund 10 Millionen Euro.
Vier Spielteilnehmer hatten für die gestrige Ziehung zwar die sechs richtigen Gewinnzahlen (4, 24, 32, 36, 42 und 45) getippt, um den JACKPOT zu knacken, fehlte ihnen jedoch die passende Superzahl 0. Die Gewinner aus Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein teilen sich die Summe der Gewinnklasse 2 und erhalten jeweils mehr als eine viertel Million Euro.
Weitere Chancen auf einen Millionengewinn bietet die Teilnahme bei Spiel 77. Der JACKPOT in der Zusatzlotterie liegt am Samstag bei rund 3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden immerhin 30 Lottospieler durch ihr Ja-Kreuz bei Spiel 77 zu Millionären.Das Lotto-Jahr 2004: 102 neue Lotto-Millionäre in Deutschland07.01.2005Spieleinsätze entsprechen dem wirtschaftlichen Trend
Potsdam, 07. Januar 2005.
Spitzengewinne und ein herausragender JACKPOT
Gleich zu Beginn des Jahres, am 24. Januar 2004, erreichte eine Frau aus Baden-Württemberg den größten Einzelgewinn in der Geschichte des deutschen Lottos in Höhe von rd. 20,2 Millionen Euro. Sie hatte bundesweit als Einzige die sechs Richtigen angekreuzt und die entsprechende Superzahl auf dem Spielschein.
Der bislang zweithöchste Lottogewinn mit rd. 15,6 Millionen Euro ging am 9. Oktober 2004 an einen Mann aus dem Raum Aachen (Nordrhein-Westfalen). Am Pfingstsamstag, 29. Mai 2004, knackte eine vierköpfige Tippgemeinschaft ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen den LOTTO-JACKPOT und erhielt dafür die bisher drittgrößte Gewinnsumme von rd. 13,6 Millionen Euro.
Vom 20. November bis 15. Dezember 2004, d. h. über acht Ziehungen, hatte sich zum Jahresende der größte JACKPOT in der deutschen Lottogeschichte aufgebaut und erreichte die Rekordhöhe von rd. 26,7 Millionen Euro. Geknackt wurde dieser von zwei Glückspilzen aus Nordrhein-Westfalen, die jeweils rd. 13,4 Millionen Euro bekamen.
Über einen zweistelligen Spitzengewinn konnten sich noch zwei weitere Spielteilnehmer freuen: im Februar gingen rd. 10,4 Millionen Euro nach Baden-Württemberg und im August rd. 11 Millionen Euro nach Niedersachsen.
Millionengewinne bei LOTTO 6 aus 49, Spiel 77, GlücksSpirale und TOTO
Durch die Lotterien des Deutschen Lotto- und Totoblocks wurden bundesweit insgesamt 102 Tippfreunde zu Millionären (2003: 103). Allein 67 dieser Glückskinder erzielten ihre Gewinne bei LOTTO 6 aus 49, weitere 30 durch das Ja-Kreuz bei der Zusatzlotterie Spiel 77. Vier Spielteilnehmer erhalten durch die GlücksSpirale lebenslang eine monatliche Sofortrente von 7.000 Euro und damit einen Gesamtgewinn von jeweils rd. 1,4 Millionen Euro. Die kleine Sofortrente der Lotterie GlücksSpirale von monatlich 2.500 Euro gewannen bundesweit insgesamt 37 Spielteilnehmer mit einem Gesamtgewinnbetrag von jeweils 500.000 Euro.
Die stolze Gewinnsumme von 1,6 Millionen Euro bei der Auswahlwette 6 aus 45 ging im April an eine TOTO-Tipperin aus Niedersachsen; dies war der höchste Gewinn in dieser Wettart seit 13 Jahren.
Aufgegliedert nach Bundesländern meinte es die Glücksgöttin Fortuna besonders gut mit Spielteilnehmern in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Mehr als die Hälfte der insgesamt 102 Millionengewinne ging in diese Länder - in Nordrhein-Westfalen 27, in Baden-Württemberg 18 und in Niedersachsen 16 neue Millionäre konnten die Lotteriegesellschaften beglückwünschen.
Sechs Richtige tippten im vergangenen Jahr 505 Lottospieler, 48 von ihnen hatten außerdem die passende Superzahl und damit den so genannten Supersechser.
Kuriose Zahlenmuster und Quoten
Durch die Wahl von Zahlenmustern auf Spielscheinen erzielten auch 2004 einige Lottogewinner ungewöhnlich niedrige Quoten. So z. B. am 4. Februar, als in der Mittwochziehung die Zahlen 1, 2, 16, 21, 31, 41 und Zusatzzahl 11 gezogen wurden. Diese Reihe mit der Endziffer 1 drückte die Quoten für 4 Richtige und 4 Richtige mit Zusatzzahl auf je 39,00 Euro sowie für 5 Richtige und 5 Richtige mit Zusatzzahl auf je 2.300,50 Euro.
Dies waren bisher die niedrigste Quote für 4 Richtige mit Zusatzzahl und eine der niedrigsten Quoten für 5 Richtige mit Zusatzzahl.
Am 11. August 2004 wurden die Zahlen 12, 18, 23, 27, 32, 46 und Zusatzzahl 48 gezogen. Die fünf höheren Zahlen formen auf dem Tippfeld eine symmetrische Figur, die einem Bäumchen oder Ballon an einer Leine nahe kommt. Die Quote für 5 Richtige (652,90 Euro) war daraufhin eine der niedrigsten, die je ermittelt wurde.
Glück hatten zwei Lottospieler am 25. August 2004. Sie erhielten je 322.545,10 Euro, die vierthöchste Quote für 5 Richtige mit Zusatzzahl, die es seit Beginn des deutschen Lottos gab. Die Gewinnzahlen der Mittwochsziehung lauteten 2, 5, 13, 19, 30, 47 und die Zusatzzahl 14.
Spieleinsätze
Insgesamt investierten die Tipp- und Wettfreunde rd. 8,4 Mrd. Euro in das Glück. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,3 %; allerdings ist zu beachten, dass das Lotto-Jahr 2004 auf Grund abrechnungstechnischer Gründe 53 Wochen hatte (2003: 52 Wochen). Der durchschnittliche wöchentliche Spieleinsatz zeigt, dass das Vorjahresniveau im Wesentlichen beibehalten wurde.
Im Jahr 2004 setzten die Spielteilnehmer jede Woche rd. 159,3 Millionen Euro ein (2003: 158,78 Millionen Euro). Der Pro-Kopf-Umsatz je Woche betrug 1,93 Euro (2003: 1,92 Euro). Dieses Ergebnis macht deutlich, dass sich die Lotto-Spieleinsätze weitgehend parallel zu den Ausgaben für den privaten Konsum bzw. zu den Umsätzen des Einzelhandels entwickelt haben.
Staatsverträge
Seit Juli 2004 gelten die von den Ländern beschlossenen Verträge Staatsvertrag zum Lotteriewesen in Deutschland und Staatsvertrag zur Regionalisierung von Teilen der von den Unternehmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks erzielten Einnahmen.
Der Staatsvertrag zum Lotteriewesen soll länderübergreifend einheitliche ordnungsrechtliche Grundlagen für die Zulassung von Glücksspielen, insbesondere für Sportwetten und Lotterien schaffen (Harmonisierung der Lotteriegesetze der Länder).
Der Staatsvertrag regelt u. a. die Anforderungen für die Tätigkeit der gewerblichen Spielvermittlung und, dass die Veranstaltung, Durchführung und gewerbliche Vermittlung von öffentlichen Glücksspielen nicht den Erfordernissen des Jugendschutzes zuwider laufen darf. Die Teilnahme von Minderjährigen ist daher ausgeschlossen!
Der Staatsvertrag zur Regionalisierung hat zum Gegenstand, die finanziellen Auswirkungen der länderübergreifenden Tätigkeit der gewerblichen Spielevermittler bei den einzelnen Unternehmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks bzw. Ländern auszugleichen. Nach einem komplexen Verfahren zur Regionalisierung der Einnahmen aus gewerblicher Spielevermittlung sollen nachfolgend Ausgleichszahlungen zwischen den einzelnen Bundesländern vorgenommen werden.
Ausblick 2005: LOTTO 6 aus 49 feiert 50. Geburtstag
Die Geburtsstunde des deutschen Zahlenlottos mit der Spielformel 6 aus 49 schlug am Sonntag, 9. Oktober 1955. Die 16 Lotteriegesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, im Jahr 2005 gebührend mit ihren Lottospielern zu feiern. Unter anderem sind mehrere Sonderauslosungen geplant, die durch TV-Shows und eine Galasendung unterstützt werden.JACKPOT geht nach Brandenburg06.01.2005Bundesweit zwei Lottospieler mit sechs Richtigen
Potsdam, 06. Januar 2005. Den mit 10 Millionen Euro gut gefüllten LOTTO-JACKPOT knackte gestern ein Spielteilnehmer aus dem Land Brandenburg. Der neue Millionär hatte als Einziger die sechs richtigen Voraussagen auf seinem Schein (1, 11, 20, 24, 26, 41) und dazu noch die passende Superzahl 8. Dafür erhält er nun mehr als 10,4 Millionen Euro.
Sechs Richtige tippten zwei Lottospieler aus Berlin und Nordrhein-Westfalen, ihnen fehlte nur die richtige Superzahl. Beide teilen sich insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.LOTTO startet mit zwei Millionären und 10-Millionen-JACKPOT ins neue Jahr03.01.2005Potsdam, 03. Januar 2005. Das Lottojahr startet gleich mit zwei Neumillionären in den Januar. Ein Spielteilnehmer aus Niedersachen und ein weiterer aus Nordrhein-Westfalen tippten für die Ziehung am 1. Januar 2005 sechs Richtige (2, 21, 22, 27, 36, 44). Die beiden ersten Lottomillionäre dieses Jahres erhalten dafür jeweils mehr als 1,4 Millionen Euro.
Der JACKPOT in der ersten Gewinnklasse konnte nicht geknackt werden. Den beiden Gewinnern fehlte die passende Superzahl 2. Daher erwartet die Lottospieler bei der kommenden Mittwochsziehung ein JACKPOT von rund 10 Millionen Euro. Erst am 15. Dezember 2004 teilten sich zwei Spieler aus Nordrhein-Westfalen den größten JACKPOT der deutschen Lottogeschichte in Höhe von 26,7 Millionen Euro.LOTTO-JACKPOT gefallen: Zwei Gewinner teilen sich 26,7 Mio. Euro16.12.2004Acht Lottospieler gewinnen 483.000 Euro für sechs Richtige
Potsdam, 16. Dezember 2004. Deutschlands größter LOTTO-JACKPOT aller Zeiten wurde geknackt. Über die Rekord-Gewinnsumme von 26,7 Millionen Euro können sich zwei Lottospieler aus Nordrhein-Westfalen freuen. Sie erzielten damit Einzelgewinne in Höhe von 13,3 Mio. Euro.
Außerdem gab es acht weitere Gewinne in der Gewinnklasse 2: drei in Bayern, zwei in Berlin, einen in Hessen, einen in Niedersachsen und einen in Schleswig-Holstein. Sie können sich jeweils über 483.000 Euro freuen.
Die Lottospieler haben im LOTTO am Mittwoch einen Rekordeinsatz von über 96 Mio. Euro getätigt. Dies entspricht einer Verdopplung des Einsatzes gegenüber dem Mittwoch der Vorwoche.
Dieser LOTTO-JACKPOT hat sich seit dem 20. November aufgebaut.Über 26 Millionen Euro - höchster LOTTO-JACKPOT aller Zeiten15.12.2004Erste Bilanz
Potsdam, 15. Dezember 2004. Vermutlich wurde die Ziehung der Lottozahlen an einem Mittwochabend noch nie von so vielen gespannten Zuschauern verfolgt. Nach einer ersten vorläufigen Auswertung haben die Lottospieler im LOTTO am Mittwoch einen Rekordeinsatz von ungefähr 90 Mio. Euro getätigt. Dies entspricht einer Verdopplung des Einsatzes gegenüber dem Mittwoch der Vorwoche. Damit stehen in der Gewinnklasse 1 knapp über 26 Mio. Euro zur Verfügung.
Ob der JACKPOT geknackt werden konnte, kann der Deutsche Lotto- und Totoblock auf Basis der zusammengefassten geprüften Gewinnermittlung am Donnerstag, 16. Dezember, zwischen 8.00 und 9.00 Uhr veröffentlichen.Am Mittwoch: 25 Millionen Euro - höchster LOTTO-JACKPOT aller Zeiten13.12.2004Lottospieler gewinnen mit sechs Richtigen je eine halbe Million
Potsdam, 13. Dezember 2004. Das gab es noch nie: Der JACKPOT bei LOT-TO 6 aus 49 klettert auf die Rekordhöhe von rund 25 Millionen Euro. Der bisher höchste JACKPOT lag 1994 bei 21,6 Millionen Euro.
Freuen können sich wieder neun Glückspilze über ihren Sechser. Die Lotto-freunde aus Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und gleich vier aus Rheinland-Pfalz gewinnen mit den Zahlen der Ziehung vom Samstag 3, 7, 9, 33, 35 und 42 jeweils fast eine halbe Million Euro. Nur die richtige Superzahl 2 fehlte auf den Lottoscheinen der Spielteilnehmer.
Übrigens scheint der Dezember ein wahrhaftiger JACKPOT-Monat zu sein. Auch im vergangenen Jahr gab es zwei beachtliche JACKPOT-Gewinne: am 3. Dezember 2003 teilten sich zwei Lottospieler die Summe von 16,9 Millionen Euro und am Heiligabend 2003 holte sich ein Saarländer rund 13,1 Millionen Euro.Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 [ 10 ] 11 12 13 14 |